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Was ist urbanes Gärtnern? Urbanes Gärtnern ist eine neue Form des gemeinsamen Gärtnerns und der Produktion von Lebensmitteln in der Stadt. Es ist die meist kleinräumige, landwirtschaftliche Nutzung von städtischen Flächen - genutzt werden der eigene Balkon, ein Flachdach, eine Wand oder eine Brachfläche.
Das urbane Gärtnern wird in unterschiedlichen Konzepten verwirklicht: Gemeinschaftsgärten, Interkulturelle Gärten, Intergenerationale Gärten, Guerilla Gardening, Balkongärten, Essbare Stadt, Innercity CSA (community-supported agriculture), Urban Agriculture ... mit all diesen Begriffen wird eine neue städtische Gartenbewegung beschrieben, die seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts weltweit mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.
Das Wort „städtisches Gärtnern“ macht deutlich, dass es sich nicht um Ziergärten oder Parks in den Städten handelt, sondern um den Gemüseanbau zur Selbstversorgung. Die neuen Gärten in der Stadt werden zumeist gemeinschaftlich betrieben. Durch diese Form der städtischen Landwirtschaft werden die Grenzen zwischen Stadt und Land verwischt.

Zur Geschichte der Stadtgärten
Fast alle Hochkulturen kannten eine Tradition städtischer Gärten - ohne die heute vorhandene Logistik war es schlichte Notwendigkeit dicht am Konsumenten zu produzieren. Im Zuge der Industrialisierung und der Nutzung fossiler Energieressourcen konnte sich die Stadt zunehmend vom Umland emanzipieren. Mit dem gewachsenen Transportpotential, der Rationalisierung der Nahrungsmittelproduktion und nicht zuletzt der Konkurrenz ökonomisch attraktiverer Flächennutzungen wurde im 20. Jahrhundert die Landwirtschaft zunehmend aus dem modernen urbanen Erfahrungshorizont gedrängt.

Aufhebung der Trennung von Produktionsort und Ort des Verbrauchs
Diese räumliche Differenzierung wurde als Reaktion auf Krisen teilweise aufgegeben: Städtische Selbstversorgung war als Reaktion auf städtische Armut zu Beginn des 20. Jahrthunderts genauso ein Thema wie während den Weltkriegen oder bei der Ressourcenarmut in Kuba nach dem Ende des Ostblocks.
Ein neuer Ansatz in der urbanen Gartenbewegung: angesichts des Versiegens des Erdöls wird die industrielle Nahrungsmittelproduktion mehr und mehr infrage gestellt und darüber hinaus ein neues Verständnis von Stadt und Land hervorgerufen. Gerade die Frage einer nachhaltigen Nahrungsmittelversorgung der kurzen Wege in einer post-fossilen Gesellschaft hat dem Thema seit kurzem neuen Auftrieb gegeben, in zahlreichen urbanen Gärten-Initiativen weltweit - von Detroit bis Freiburg. Dabei sollte eine Stadt allerdings nie ohne ihr Hinterland betrachtet werden.

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