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Was ist eine ProSpecieRara-Sorte?
ProSpecieRara setzt sich für die Erhaltung der Sortenvielfalt und gegen das Aussterben seltener Sorten ein. Für die Anerkennung der "Erhaltenswürdigkeit" einer Sorte hat ProSpecieRara Kriterien erarbeitet, die sowohl auf der Artebene als auch auf der Sortenebene ansetzen.
Art
Unsere Kulturpflanzen gehören verschiedenen Arten an, z.B. Salat = Lactuca sativa L. oder Tomate = Lycopersicon esculentum Mill.
Verschiedene Varianten einer Kulturpflanzenart werden als "Sorte" bezeichnet. Es gilt als erstes zu entscheiden, ob die Art grundsätzlich ProSpecieRara-würdig ist, denn eine ProSpecieRara-Sorte muss  einer ProSpecieRara-Art angehören. Dass die Erbse eine traditionelle Kulturpflanze unserer Breitengrade ist, ist hinlänglich bekannt. Wie steht es aber um andere Arten wie z.B. die Sojabohne? Eine Auflistung der ProSpecieRara-würdigen Arten finden Sie in der unten angeführten Datei.

Sorte
Wenn die zu beurteilende Sorte einer ProSpecieRara-Art zugewiesen werden kann, durchläuft sie nun ein Ablaufschema mit verschiedenen Ein- bzw. Ausschlusskriterien wie z.B. Alter, kulturhistorische Bedeutung, Produktionsmenge, Samenfestigkeit (keine F1-Hybriden), Neuzüchtungen nach den Züchtungskriterien von ProSpecieRara etc.

Status "ProSpecieRara-Sorte"

Eine durch ProSpecieRara anerkannte Sorte muss nicht zwingend als ProSpecieRara-Sorte gekennzeichnet werden.
ProSpecieRara entscheidet lediglich, ob 1.) eine Sorte unter dem Gütesiegel angeboten werden kann und 2.) ob sich ProSpecieRara selber um die Erhaltung kümmert bzw. wie diese ausreichend abgesichert werden kann (bisweilen setzen sich bereits Partnerorganisationen dafür ein).

Sortenbeispiele (aus der Schweiz)

Nicht jeder UrDinkel ist eine ProSpecieRara-Sorte
Die Interessengemeinschaft Dinkel fördert mit der Marke UrDinkel alte Schweizer Dinkelsorten. Darunter auch die Sorte 'Ostro'. Sie kam bereits 1978 in den Handel und kann für eine Getreidesorte als alt bezeichnet werden. Da sie aber seit Einführung auf der Schweizer Liste der empfohlenen Getreidesorten steht, und nie in akute Gefahr geriet aus dem Handel zu verschwinden, wurde die Verbreitung im Handel als nicht selten erachtet. Anders ihre Eltersorte 'Oberkulmer Rotkorn', welche mit dem Einführungsjahr 1948 eine noch bedeutendere Schweizer Tradition aufweist. Aufgrund der etwas schlechter eingeschätzten Standfestigkeit wurde sie mehr und mehr durch 'Ostro' zurückgedrängt. Ihr Verschwinden aus dem Handel wäre eine Frage der Zeit gewesen. So wurde die ProSpecieRara-Würdigkeit von 'Oberkulmer Rotkorn' als gerechtfertigt erachtet jedoch von 'Ostro' nicht. Da aber beide Sorten alte, nicht mit Weizen eingekreuzte Dinkel sind, anerkennt sie die IG Dinkel beide als UrDinkel-Sorten.


Die Cocktailgurken aus Amerika

Zehneria scabra ist eine kleine,Gurke, die bei Nativen in Nordamerika auch «mouse melon» (Mäusemelone) genannt wird. Die Gurke fand den Weg 2005 zu ProSpecieRara in die Schweiz. Die „Cocktailgurke“ gefiel sofort als lustige Kuriosität. Obwohl die Sorte nicht zu unserer traditionellen Gurkenart Cucumis sativus gehört, hat ProSpecieRara diese Naschgurke ausnahmsweise im Sinne der Vielfalt aufgenommen. Heute hat sie sich auch im Topf und auf dem Balkon sehr bewährt, und dort besonders interessant: sie gedeiht auch in Schattenlagen gut. Ihre besonderen Eigenschaften werden als erhaltenswert erachtet und die Sorte damit als ProSpecieRara-würdig.

Weshalb ist der 'Gravensteiner' keine ProSpecieRara-Sorte?
Der ehrwürdige 'Gravensteiner', entstand Ende des 18. Jahrhundert in Dänemark und ist auch heute noch eine sehr beliebte Tafelapfelsorte. Es ist keine ProSpecieRara-Sorte, da sie noch mit 130 ha im Erwerbsanbau steht. Tendenz abnehmend. Fällt die Anbaufläche unter 15 ha, dann gilt es, sie vor dem Verschwinden zu bewahren und die Sorte wird ProSpecieRara-würdig. Besonders interessant ist, dass bei erfolgreichen Tafelapfelsorten oft verschiedene Mutanten angebaut werden. Beim 'Gravensteiner' stösst die rotschalige Mutante auf grosse Beliebtheit. In den Sammlungen von ProSpecieRara werden aber noch andere Mutanten von 'Gravensteiner' abgesichert. Diese werden zurzeit von ProSpecieRara mit finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft beschrieben. Die seltenen darunter entsprechen den ProSpecieRara-Kriterien.
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Iris Förster
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