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Zweite Feldbegehung bei Gemüseprojekt in Sachsen

Im Projekt zur Rekultivierung wurden Sellerie und Radieschen begutachtet.

Junge Radieschen der weißen Sorte 'Dresdner Bündel'

Die Knollenselleriesorten 'Monarch' und 'Dresdner Markt'

Saatgut vom Radieschen 'Dresdner Bündel'

So vielfältig kann Stangensellerie aussehen. Links: 'Goldkind'

Bei schönstem Herbstwetter fand Anfang Oktober eine Feldbegehung in der Gärtnerei von Albrecht Vetters in Wilschdorf statt. Hier wurden im Rahmen des Projektes Stangen- und Knollenselleriesorten, die Zwiebel ‚Dresdner Plattrunde‘ und das weiße Radieschen ‚Dresdner Bündel‘ angebaut. Im Vergleich zeigt die samenfeste Knollenselleriesorte ‚Dresdner Markt‘ einen aromatischen Geschmack, der sicherlich in Eintöpfen oder als „Sellerieschnitzel“ gut zur Geltung kommt. Die moderne Vergleichssorte ‚Monarch‘ war im Geschmackstest etwas milder und ist zum roh Knabbern vermutlich für die meisten Geschmäcker besser geeignet. Die in alten Sortenbeschreibungen benannte Septoria-Widerstandsfähigkeit konnte beim ‚Dresdner Markt‘ beobachtet werden. Aufgrund des feuchten Sommers hatte sich der Pilz auf dem Laub der Selleriepflanzen aller Sorten ausgebreitet. Der ‚Dresdner Markt‘ wirkte dabei im Bestand am vitalsten.

Vier Stangenselleriesorten aus der Genbank des Instituts für Pflanzengenetik bauten die Gärtner zur Sichtung im Vergleich mit der gängigen Marktsorte ‚Tall Utah‘ an. ‚Giant white‘, ‚Goldkind‘, ‚Türkis‘ und ‚Bleichsellerie I‘ stammen aus der DDR-Sortensammlung und sind schon seit 1965 dort geführt. Sie zeigen deutliche Unterschiede in Färbung, Stangendicke und -länge sowie Geschmack. Als milde, zum roh knabbern wohl auch für Kinder geeignete Sorte stellte sich ‚Goldkind‘ heraus. Mit ihrer gelblichen Farbe in der gesamten Wachstumsperiode ist sie jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Im Vergleich mit ‚Tall Utah‘ sind alle vier alten Sorten im Wuchs deutlich kleiner, bilden kürzere, dünnere Stiele aus. Hier ist zukünftig eine weitere Auslese im Hinblick auf die Größe sinnvoll. Innerhalb des Projektes muss nun entschieden werden, welche Sorten weiter verfolgt werden und wo eine Saatgutvermehrung im nächsten Jahr angestrebt wird. (Ulrike Meißner)

Ulrike Meißner
Tel. 035244 - 498 872