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Gut gepflegte Zwiebeln - ein Fazit des ersten Projektjahres in Sachsen

Bei der Sortenpflege ist noch viel zu tun.

Die 'Dresdner Plattrunde' Zwiebel hat eine schöne bräunlich-orangegelbe Schale.

Ein Sellerie 'Dresdner Markt' wie er dem Sortenbild entspricht.

Das erste Jahr in unserem Projekt ist vorüber. Es wurden 13 Gemüsesorten mit eindeutig sächsischem Hintergrund im Anbau gesichtet und z.T. vermehrt, weitere zehn Sorten dienten dem Vergleich oder wurden mangels eindeutiger sächsischer Sorten mit dem Bezug zum DDR-Anbau ausgewählt. So wurden beispielsweise vier Stangensellerie aus der DDR-Sortensammlung gesichtet. Denn es wurde vom Biohandel der Wunsch nach regionalen Herkünften von Stangensellerie geäußert.

Als Fazit des ersten Jahres lässt sich folgendes feststellen:

Unsere gesichteten Gemüsesorten sind in unterschiedlich gutem Zustand. Konkret heißt das, dass nur wenige Sorten sehr einheitlich dem historisch beschriebenen Sortenbild entsprechen. Die meisten Sorten bilden im Bestand auch untypische Pflanzen aus. Dies ist eine natürliche Folge, wenn Sorten beim Anbau über längere Zeit nicht systematisch selektiert wurden. Bei der Selektion werden untypische Wuchsformen aussortiert und nur die Pflanzen mit den gewünschten Sortenmerkmalen weitervermehrt.

Ein Beispiel für eine Sorte in gutem Zustand ist die ‚Dresdner Plattrunde Zwiebel’. Diese Sorte wurde bereits vor knapp zwanzig Jahren aus der Genbank geholt und seit dem immer wieder angebaut und ausgelesen. Dank dieses langen Engagements zweier kleiner Samengärtnereien ist sie ausreichend einheitlich, dass wir schon in unserem zweiten Projektjahr einen Probeanbau im professionellen Gartenbau wagen können. Auf Hof Mahlitzsch, Nossen, sollen in diesem Jahr 3000 Töpfchen gepflanzt und so getestet werden. Die Jungpflanzenanzucht übernimmt der Auenhof, Ostrau.

Ebenfalls einen sehr guten Eindruck hat das weiße Radieschen ‚Dresdner Bündel‘ gemacht. Dieses wird nun im Produktionsanbau von deinHof getestet.

Beispiele für Sorten, die weitere Auslese benötigen sind der Knollensellerie ‚Dresdner Markt‘ oder der Rettich ‚Dresdner Graugelber Runder Mai‘. Der Rettich kommt von verschiedenen Zuchtorten und aus der Genbank. Die Pflanzen sind jeweils uneinheitlich in Geschmack und Farbe. Da muss die weitere Ausleserichtung noch gefunden werden. Beim Sellerie gibt es hin und wieder Pflanzen, die keine Knollen ausbilden. Hier wird nach dem ersten Jahr deutlich, dass es noch eine Zeit der Sortenpflege brauchen wird, bis ein Zustand erreicht ist, der dem professionellen Anbau entspricht. Im Hobbyanbau sind die genannten Sorten auch heute schon gut verwendbar.

Ulrike Meißner

aktualisiert am 16.5.2022

Unsere Projektvorstellung finden Sie hier.

Hinweis: Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Ulrike Meißner
Tel. 035244 - 498 872