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Alte Apfelsorten in Süddeutschland im Handel

Das Projekt „Vielfalt Schmeckt“ zur Vermarktung alter Sorten geht mit neuem Fokus in die zweite Runde.

Geheimrat Dr. Oldenburg (c) Ulrich Mayr

Kardinal (c) Ulrich Mayr

Seestermueher Zitronenapfel (c) Ulrich Mayr

In Zukunft möchten die Öko-Großhändler Bodan und Rinklin nicht nur verstärkt Gemüse mit dem Gütesiegel „ProSpecieRara“ anbieten, sondern auch Obst, Getreide und verarbeitete Produkte.

Einen ersten Vorgeschmack gibt’s ab September bei Bodan mit einer Vielfalt von wöchentlich wechselnden alten Apfelsorten. 

In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) in Bavendorf werden alten Apfelsorten mit dem Gütesiegel „ProSpecieRara“ angeboten. Dazu gehört beispielsweise der saftige ‚Seestermüher Zitronenapfel‘ dessen Wurzeln in der Seestermüher Marsch an der Niederelbe liegen. Der ‚Geheimrat Dr. Oldenburg‘ bringt eine feinzellig Struktur und einen süßsäuerlichen Geschmack mit und der tiefrote ‚Kardinal Bea‘ kann mit einer interessanten Geschichte aufwarten: Er wurde in den 1930er Jahren als Zufallssämling in der Nähe von Esslingen gefunden. Eine weitere alte Sorte, die im Herbst hinzukommt, ist der ‚Berner Rosenapfel‘, der mit seiner
dunkelroten Deckfarbe, lila Bereifung und seiner himbeerartigen Würze im Geschmack
erstaunt.

Eine Besonderheit bei bei alten Sorten ist die Alternanz. Das heißt, das die Bäume je nach Jahr unterschiedlich viele oder auch mal keine Äpfel tragen. Dabei hat jede Sorten ihren eigenen Rhythmus. So bringt jedes Jahr seine Überraschungen und im Laden gibt es andere Apfelsorten zu entdecken.

Auch das Bildungsnetzwerk Naturkost greift das spannende Thema auf: Ab 16. September
startet eine dreiteilige Webinar-Reihe für Ladeninhaber*innen und Mitarbeitende, in der Dr.
Ulrich Mayr vom KOB Bavendorf wissenschaftlich fundierte Einblicke in die Welt der alten
und neuen Apfelsorten gibt. Weitere Infos dazu gibt es hier.

„Vielfalt schmeckt“ ist ein gemeinsames Projekt von ProSpecieRara, Rinklin und Bodan für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt. Ziel ist es, regionale Bio-Wertschöpfungsketten für bedrohte traditionelle Gemüse-, Obst-und Getreidesorten aufzubauen. Über die Großhändler gelangen diese in die Bioläden, sodass sie durch Nutzung erhalten bleiben.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). 

Annika Leisitkow
Tel. 0761 - 5939 0007